Fire Dragon

Datum: 13. November 2002 
Alarmzeit: 9:00 Uhr 
Art: Übung  


Einsatzbericht:

Übung in einer Brandsimulationsanlage

dem „Fire Dragon“
auf dem Gelände der FFW-Fulda
am 13.11.2002

Ich möchte hier über den Ablauf und darüber hinaus über meine persönliche Erfahrung und Eindrücke berichten, damit auch andere Kameraden oder Interessierte daran Teil haben können.

Bei dieser Übung wurde ein Zimmerbrand simuliert. Zunächst stand ein Bett, bestehend aus parallel verlaufenden Rohren mit Löchern, ähnlich eines Gasgrills, in Flammen und wir versuchten mittels eines Hohlstrahlrohres und Wasser dieses zu löschen.
Hiebei stellten wir schnell fest , dass es viel effektiver und sicherere ist mit kurzen Intervallen zu löschen. Versucht man es mit einem permanenten Wasserstrahl bekommt man es zwar praktisch aus, hat aber währenddessen auch mit dem Wasserstrahl eine Menge Sauerstoff zum Feuer transportiert und das Feuer kann sich erneut entzünden. Ja es bricht sogar aus und kann dem Trupp gefährlich entgegenschlagen.

Danach versuchten wir uns zunächst weniger erfolgreich an der Löschung eines Deckenbrandes bzw. Flash over. Auch hierbei stellten wir fest das Löschtechnik und Erfahrung der einzige Weg zum Erfolg sind. So muss der Winkel des austretenden Wasserstrahlkegels etwa 75 Grad betragen und der Wasserstrahl selbst auf den Brandherd mit etwa 45 Grad auftreffen, damit das Unterfangen von Erfolg gekrönt werden kann. Nach einigen Versuchen gelang es uns immer besser das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Auch hier wurde mit Intervallen und wedelnden Löschbewegungen gearbeitet und so das Feuer Stück für Stück zurückgedrängt, bis es schließlich erlosch.
Zuletzt bat uns das Fachpersonal den Wasserstrahl einige Sekunden an die Decke zu halten. Unmittelbar später bemerken wir, wie die enorme Hitze in alle Ritze des (Nomex) Schutzanzugs vordrang, was in mir die Frage aufsteigen ließ wie man früher nur ohne diese Anzuge auskommnen konnte. Der Grund hierfür ist das der an der Decke sich Ausbreitende Wasserdampf die dort viel heißere Rauchhitze nach unten verdrängt. Jetzt wird deutlich warum man bei dieser Art von Bränden schon aus reinem Selbstschutz mit dem Wasser sehr relativiert umgehen sollte.

Als Resümee kann ich nur sagen, daß es meiner Meinung nach jedem Atemschutzträger ermöglicht werden sollte oder darüber hinaus in der Zukunft einmal zu Pflicht werden müsste, zu seiner eigenen und der Sicherheit des Kameraden, daran Teil zu nehmen. Denn wer nie die Hitze und das Feuer in seiner Dynamik so erlebt/gespürt hat, kann sich dessen Gefahren nur schwer bewusst werden.

Guido Schneider