Brand Weberei

Datum: 1. August 2003 
Alarmzeit: 9:13 Uhr 
Art: Einsatz  


Einsatzbericht:

In Fulda haben am heutigen Freitag etwa 150 Feuerwehrleute über neun Stunden lang gegen einen Großbrand in der Weberei Nicolaus Weber am Rande der Innenstadt (Rangstraße) gekämpft. Der Brand in den Produktionsstätten mit Webstühlen, Leinwänden, Vorräten, Farben und Lacken war erst gegen 18 Uhr vollständig gelöscht. Über dem Brandort stand stundenlang eine zeitweise hundert Meter hohe Rauchsäule. Der Schaden: etwa zehn Millionen Euro. Überraschend für die Redaktion: „Osthessen-News“ erhielt viele Bilder von aufmerksamen Lesern zugeschickt.

Die Bevölkerung der umliegenden Straßenzüge wurde aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Schädliche Gase sind nur in unmittelbarer Nähe ausgetreten – das ergaben Luftmessungen. Eine weiträumige Gefahr bestand nicht. Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Hinz erklärte vor Ort, das Wetter sei „hilfreich“ gewesen: da es am Brandort „absolut windstill“ war, stieg die Rauchsäule „kerzengerade“ in die Luft und breitete sich nicht aus

Die Fuldaer Feuerwehr löste einen Großalarm für das gesamte Stadtgebiet aus. Aus der Nachbarstadt Hünfeld und anderen Wehren des Landkreises Fulda kamen zusätzliche Kräfte zur Unterstützung. Die Löscharbeiten und die Abgrenzung zu angrenzenden Industriebetrieben gestalten sich extrem schwierig.

Schweißarbeiten waren der Auslöser für diesen Großbrand in einer Textilfabrik in der Rangstraße. Heute morgen gegen 08:30 Uhr war ein Handwerker damit beschäftigt, im Dachgebälk des Industriegebäudes ein Rohr zu schweißen. Als er bemerkte, dass offenkundig durch Funkenflug Holzbalken Feuer gefangen hatten, versuchte er zwar noch den Brand zu löschen, doch die Flammen griffen schnell auf andere Bauteile und das mit Bitumenpappe abgeklebte Dach des Firmengebäudes über.

Trotz des – über den Tag verteilten – Einsatzes der 150 Feuerwehrleuten wurden Produktionshallen mit Webstühlen und anderen Arbeitsmaschinen, Stoffen, Vorräten von Fasern sowie Lacken und Farben zerstört. Verletzt wurde von den 30 Beschäftigten – deren Arbeitsplätze jetzt bedroht sind – niemand. Die Firma hatte gestern noch Betriebsferien. Bis auf vereinzelte kurzfitige Schwächeanfälle gab es bis zum frühen Abend auch keine Probleme bei den Feuerwehrmännern und -frauen.

Dafür war der Löscheinsatz der Aktiven am Boden umso schwieriger: auf dem Gelände des fast einhundertjährigen Betriebes – in dem Filtergewebe, Backtextilien, Leinwände, technische Textilien und auch Handarbeitsstoffe produziert werden – stehen Produktionsgebäude und Vorratshallen verwinkelt und ineinandergebaut. „Durch die zahlreichen verschiedenen Produktarten in unterschiedlichen Gebäuden mussten wir ständig die Löschmittel neu festlegen und wechseln“, erklärte Einsatzleiter Hinz. Die meisten Wehrleute arbeiteten unter schwerem Atemschutz mit Pressluftflaschen auf dem Rücken. Mehr als 200 (!) Flaschen wurden verbraucht.

Bis zum späten Nachmittag waren immer noch 80 Einsatzkräfte gleichzeitig mit dem Löschen stets neu entdeckter Brandstellen und Glutnester beschäftigt. Das Gebäude, in dem das Hochregallager der Firma stand, war einsturzgefährdet – dort konnte nur vom Teleskopmast aus und mit „Schaum-Kanone“ mit großer Wurfweite gearbeitet werden. Da ein Teil der großen Menge Schaumextrakt über Abwasserkanäle in die Fulda gelaufen war, mussten weitere Wehrleute für den Gewässerschutz eine Sperre auf dem Fluss bauen und die Löschmittel binden und entsorgen.